Sommerschnittkurs in Binzen
- Klaus Nasilowski
- 10. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. Aug.

Am 25. Juni 2026 trafen sich 10 Fachwarte auf der NABU-Obstwiese oberhalb von Binzen. Das Thema: „Sommerschnitt beim Kernobst“.
Konzentration auf stark wachsende Bäume
Wegen des heißen Sommerwetters begannen wir schon um 8 Uhr und hörten mittags auf. Nachdem wir die Maßnahmen gemeinsam besprochen haben, bildeten wir drei Teams, die mehrere Bäume auf der Wiese gemeinsam schnitten.
Die 60 Bäume auf der NABU-Obstwiese sind rund 40 Jahre alt und als Pyramidenkrone meist mit vier Leitästen gezogen. Teilweise gab es einen mehrjährigen Pflegerückstand. Wir konzentrierten uns auf den Schnitt der stark wachsenden Bäume.
Es zeigte sich, dass viele von uns keine oder nur wenige Erfahrungen mit dem Sommerschnitt hatten, andere mehr. Von dem regen Erfahrungsaustausch zu dem Thema profitierten alle Teilnehmer und auch die Kursleiter.
Wann macht man einen Sommerschnitt?
Möglich und sinnvoll ist der Sommerschnitt nach dem Triebabschluss der Obstbäume um den Johannistag am 24. Juni bis zum Herbstbeginn – also von Ende Juni bis zur Ernte. In dieser Zeit wird durch den Schnitt kein unerwünschter Neuaustrieb in diesem Jahr ausgelöst. Der Effekt der Maßnahme auf die Baumentwicklung ist erst im kommenden Frühjahr zu sehen.

Worauf kommt es beim Sommerschnitt an?
Beim Sommerschnitt sind grundsätzlich alle Schnittmaßnahmen möglich, die auch im Winter sinnvoll wären. In der Praxis ist der Sommerschnitt aber nur ein korrigierender Schnitt und eine Ergänzung des Winterschnittes. Da er in der Vogelbrutzeit vom 1.3. bis zum 30.9. stattfindet, darf nur ein Pflegeschnitt erfolgen und Vogelbrutstätten müssen geschont werden. Besonders sinnvoll ist der Sommerschnitt bei Bäumen mit Befall von Obstbaumkrebs, da sich der Krebs im Winter verbreitet, auch durch offene Schnittwunden. Im Vergleich zum Winterschnitt wirkt er als leichte Wuchsbremse. Er wird deswegen vor allem in wüchsigen Bäumen vorgenommen.

Welche Ziele und Maßnahmen gehören zum Sommerschnitt?

Auslichtung zu dichter Kronen durch selektive Entfernung von Ästen, vor allem den „Wasserreisern“
Verbesserung der Belichtung der Fruchtäste durch selektive Entnahme von Trieben in der Krone/Peripherie des Baumes (Auf diese Maßnahme haben wir wegen der Sonnenbrandgefahr in diesem Jahr weitgehend verzichtet.)
Minderung der Bruchgefahr durch Entfernung oder Einkürzung hängender, schwerer Fruchtäste (möglichst durch Ableitung auf vitalen Seitentrieb oder schlafendes Auge). Durch diese Maßnahme wird auch die Pflege mit dem Traktor erleichtert.
Entfernung von Krebsstellen und Misteln.
Verminderung der Verdunstung des Baumes und Förderung der verbleibenden Früchte durch Reduktion der Blatt und Fruchtmasse.
Wir bedanken uns beim NaBu als Eigentümer der Wiese, bei Klaus Schelb als Bewirtschafter für die Bereitstellung der Übungsbäume und Hans-Peter Schley für den Transport der Vereinsleitern.
Klaus Nasilowski




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